Sydney Vol.1

Zuerst eine gute und eine schlechte Nachricht: Da ich keine Zeit habe und eigentlich lernen sollte wird der Eintrag heute etwas kürzer. Dafür fallen alle lustigen Sachen weg, es bleiben nur die Fakten, was wir gemacht haben. Was jetzt die gute und was die schlechte Nachricht davon ist darf jeder selber entscheiden…

JA! Sydney! Das kennt man! DIE Australische Stadt schlechthin, mit diesem krummen Haus da, das am Wasser steht und so komisch rund aber trotzdem eckig ist, ihr wisst schon was ich mein! Ja, das ist Sydney, Hauptstadt von New-South Wales. Wikipedia sagt: „Schnee gibt es dort nur sehr selten“, was wir so weit bestätigen können. Heute merkt man es Sydney kaum mehr an, dass es ursprünglich eine Sträflingskolonie war. Seit der Gründung 1788 hat sich auch an der Bevölkerung einiges getan: waren es damals ca. 1300 (etwa 800 Sträflinge und 500 Aufseher) so sind es heute doch stolze 4,63 Millionen Einwohner (ob sich allerdings an dem Verhältnis Sträflinge/Nichtsträflinge etwas geändert hat weiß ich nicht).

Unser Weg führte uns erst einmal weg vom Stadtzentrum in Richtung Westen nach Parramatta. Grund hierfür war der preisliche Unterschied zwischen den Unterkünften. Von Parramatta konnten wir ganz entspannt mit der Fähre nach Sydney fahren, unter der Harbour Bridge hindurch, an der Oper vorbei (das ist dieses bekannte krumme Haus). Damit kann kein Zug oder Bus mithalten, vor allem nicht, wenn so gutes Wetter ist wie bei uns:

Sydney vom Kutter aus

Der Blick auf Sydney vom Kahn aus, am ersten Tag bei Traumwetter.

Den ersten Tag haben wir dann auch hauptsächlich zwischen Oper und Harbour Bridge verbracht, inklusive ein oder zwei Fotos von uns vor einem der beiden Bauwerke.

Wir und die Brücke

Zu Recht eines der Wahrzeichen der Stadt…und ich rede nicht von den drei Touristen im Vordergrund!

Das Opernhaus

DAS Wahrzeichen schlecht hin: Die Oper.

Danach gingen wir auf die Brücke, auf der Jens und ich ziemlich gemein zu Paul waren. Mein Gewissen plagt mich deswegen heute noch, entschuldige Paul, das wir dich so an der Nase herum geführt haben. Der Ausblick hat aber alles wieder gut gemacht.

Sydney von schräg oben

Ich hab keine Idee für ne sinnvolle Beschriftung. Das ist halt auch Sydney…

An unserem zweiten Tag in Sydney habe ich nur die erste Hälfte mitbekommen, da waren wir am Olympiastadion (ich glaube von den Sommerspielen 2000? Bin aber nicht sicher und habe keine Zeit das zu recherchieren 😉 ). Dort fand der „Color Run“ start, alle waren weiß angezogen, bereit zu joggen und schmissen Farbpulver in die Luft (so wie an Holi-Festivals). Danach fuhren wir an den Bondi Beach, ein super Strand, leider bin ich kurz eingedöst…bis wir wieder gegangen sind. Wir hatten Glück einen kostenlosen Parkplatz zu finden, das Auto hinter uns hatte einen Strafzettel über $234, da der Wagen zu nah an einer Kreuzung stand. Ein anderes Auto hatte einen Strafzettel über $109, weil die Parkdauer überschritten war…Klingt erst mal teuer, verglichen mit den Strafen für Alkoholkonsum Minderjähriger ist das aber harmlos: Sowohl Verkäufer als auch Käufer müssen hier mit Strafen im fünfstelligen Bereich rechnen (Ich glaube $18.000 für minderjährige Käufer und $45.000 für den Verkäufer, bin mir aber nicht ganz sicher…). Also lieber falsch parken als Alkohol an Kinder zu verkaufen, oder beides bleiben lassen, so wie wir…bisher.

Sydney im Sonnenuntergang

Abends noch ein Sonnenuntergangsbild von der Stadt.

Am zehnten Februar ging es in die Blue Mountains, Berge, auf denen Eukalyptusbäume wachsen. Aus diesen Bäumen treten ätherische Öle aus, die sich als feinster Nebel über die Berge legen. In diesem Nebel wird das Sonnenlicht gestreut, vor allem das kurzwellige blaue Licht, was dazu führt, dass die Berge blau erscheinen. Daher der Name, Blue Mountains. Kommt das irgendwem inzwischen schon bekannt vor? Nach Blue Lake und White Cockatoo…ich freu mich schon wenn wir zu den Black Cockatoos, Red Kangaroos und Grey Kangaroos kommen…

Auf jeden Fall waren die Blue Mountains gar nicht soooo blau, aber sehr schön. Da wir keine Zeit hatten (wir wollten ja so viel wie möglich von den Mountains sehen) parkten wir direkt in dem Ort Wentworth Falls, um die Wentworth Falls anzuschauen. Von dort gingen wir zum „Charles Darwin Walk“, eine Wanderroute durch die Natur zu diesen 187 Meter hohen Wasserfällen. Wanderer haben ja normalerweise Zeit, also gingen wir gleich ein bisschen schneller. Der Weg war traumhaft und führte direkt an dem Fluss entlang, der in den Wentworth Falls in die Tiefe stürzt. Als wir nach einer guten halben Stunde an den Fällen ankamen entdeckten wir einen Wegweiser, der den nächsten Parkplatz ausschilderte. Wenige Gehminuten von den Wasserfällen entfernt. Das fanden wir zwar ein bisschen schade, aber auch ein bisschen lustig, weil wir ja wussten, dass wir den Weg auch wieder zurück rennen mussten…

Aber zuerst haben wir uns die Natur angeschaut.

Wentworth Falls

Wenig Wasser, viel Höhe. Leider konnten wir wegen Zeitmangel nicht auf den zweistündigen Marsch nach unten ins Tal gehen.

Am Abgrund

Für die Abkürzung nach unten hätten wir Zeit gehabt, aber für den Weg zurück nach oben hätte es keine so schnelle Alternative gegeben.

Nach den Falls mussten wir – wie gesagt – schnell zurück zum Auto. Davon gibt es auch ein kleines Video, leider kann man hier keine Videos hochladen (zumindest nicht ohne Upgrade). Ich versuch es euch mal in eine .pptx Datei zu stecken, bitte lasst mich wissen, ob das klappt:

Rennen!

(Link klicken, dann sollte eine PowerPoint Präsentation geladen werden, diese dann mit PowerPoint öffnen, F5 drücken und mit der Maus auf Play klicken.)

Edit: So, es scheint also schon mal nicht bei allen zu klappen, also habe ich es doch bei youtube hochgeladen… hier der Link:

https://www.youtube.com/watch?v=hUZojWFBpLI

Danach ging’s dann etwas entspannter zu den Three Sisters (man beachte: keine Farbe, eine Zahl!). Über die Entstehung dieser Felsformation gibt es zwei Theorien, die ich hier schnell vorstelle:

1) Früher war dort Gewässer, darin hat sich Material am Grund abgelagert, dann verfestigt, dann ist das Wasser verdunstet, dann haben Wind und Wetter wieder ein bisschen was von dem Material abgetragen, und ta daaa!

2) Es gab drei Schwestern und ihren Vater der zaubern konnte, eine der Schwestern weckte aus versehen einen „Bösen“, der war wütend und wollte die Schwestern angreifen, der Vater verwandelte seine Töchter in Felsen (mit seinem Zauberknochen), der Böse griff den Vater an, der Verwandelte sich in einen Vogel und flog davon, verlor aber dabei den Knochen, den er bis heute sucht.

Ja, klingt beides unglaubwürdig, ich such mal noch nach einer echten Erklärung. Auf jeden Fall gibt es Vermutungen, dass es einmal „sieben Schwestern“ waren. Wahrscheinlich sind es heute nur noch drei, weil es sonst zu Verwirrungen mit den „Seven Sisters“ in England (eine Kreidefelsenküste in Sussex) kommen würde.

Jens und Schwestern

Die drei Schwestern Meenhi, Wimlah und Gunnedoo sowie Jens (von links nach rechts).

Nachdem wir mit den Schwestern fertig waren entspannten wir noch ein bisschen an einem Lookout, wo wir einen Wahnsinns Ausblick über ein Tal voller Eukalyptus hatten. Auf dem Weg zurück zum Auto fanden wir einen riesigen Falter, leider erkennt man ihn auf dem Bild nicht sonderlich gut, es ist also eine Art Suchbild:

Dicker Brummer

Eine wahre Proteinbombe, wir trauten uns aber nicht, ihn zu knuspern.

Das war es erst mal, alles weitere von Sydney gibt es ein anders mal. Zum Abschluss noch ein Bild von einer Biene, und damit gute Nacht:

Biene

In den Blue Mountains gibt es nicht nur Funnel Web Spides,von denen wir übrigens keine gesehen haben 😦

– Julian –

Standard

Über Albury nach Canberra

So, die erste Version meines Essays ist fertig, das gibt mir wieder ein bisschen Zeit um hier etwas zu schreiben. Nach Melbourne war unser nächstes größeres Ziel Canberra. Falls ihr Canberra nicht kennt macht euch keine Sorgen, Canberra ist mit rund 350.000 Einwohnern nur die acht-größte Stadt Australiens nach Sydney, Melbourne, Brisbane, Perth, Adelaide, Gold Coast und Newcastle. Außerdem ist Canberra gerade einmal knapp über 800 km² groß und somit kleiner als Templin und Möckern (die es zusammen auf 900 km² Fläche schaffen). Und wer hat schon jemals von diesen Städten gehört!?!? Canberra ist die Hauptstadt des kleinsten Bundesstaates Australiens: dem Australian Capital Territory, ich denke aber, dass das nur daher rührt, dass sich Tharwa mit 109 Einwohnern nicht wirklich für dieses Aufgabe geeignet hätte…

Wie dem auch sei, Canberra ist gut 663 km von Melbourne entfernt, für uns ein bisschen zu viel um es an einem Tag zu bewältigen, deshalb entschieden wir uns dazu, einen Zwischenstopp in Albury einzulegen, auch wenn das die Gesamtkilometerzahl um drei erhöhte. Die Route führte uns diesmal durchs Landesinnere, was eine nette Abwechslung zu den vergangenen Tagen war. In Albury kauften wir Rindersteaks für unter 7€ pro Kilo und fuhren an einen öffentlichen Grillplatz direkt neben einem Wasserkraftwerk.

Fleisch

Öffentliche Grillplätze gibt es in ganz Australien, die Verwendung ist kostenfrei.

Nach dem Essen genossen wir noch einen eindrucksvollen Sonnenuntergang auf einer Schafweide.

Baum

Dass die Sonne in diesem Bild kleiner als der Baum aussieht liegt nur an der Perspektive. In Wirklichkeit ist die Sonne deutlich größer als der Baum.

Sonne I

Es sah fast so aus als würde der Horizont brennen.

Am nächsten Morgen (inzwischen sind wir beim 05.02.2014 angekommen) ging es direkt weiter nach Canberra, wo wir am Abend endlich den noblen Aldi-Wein entkorkten.

Vino

Feinperliges, gaumenschmeichelndes, flüssiges Gold.

Dieser königliche Nektar betonte unsere gute Laune, wir waren bereit das Nachtleben Canberras auseinander zu nehmen, der nächste Club konnte ja nicht so weit sein, also – mal wieder – erwartungsvoll raus auf die Straße, die ein ähnliches Bild wie in Adelaide bot. Nicht nur, dass wir nach stundenlangem Suchen keinen Club fanden, wir hatten sogar Schwierigkeiten, einen Pub zu finden. Mit viel Mühe und der Hilfe von Tankstellenmitarbeitern und Hotelbetreibern fanden wir dann ein Gebäude, in dem man angeblich Bier und andere alkoholische Getränke käuflich erwerben und verzehren konnte. Selbstverständlich mussten wir aber erst eine kostenpflichtige Mitgliedschaft abschließen, um eintreten zu dürfen. Gut, dass der Mitgliedsbeitrag nur $1 für drei Monate betrug, das Bier war grausam, der „Pub“ war eine Sportbar oder sowas und es war nichts los, gelohnt hat es sich aber alle mal!

Panzer

Diese Situation kennt wohl jeder: die Zunge klebt am Gaumen, jede Faser des Körpers lechzt nach Gerstensaft, alles was man will ist ein Pub! Aber man findet nur einen Panzer…

Spätestens am nächsten Tag klärte sich für uns, warum Reiseführer über Canberra eher von Museen als dem Nachtleben berichten. Aus kultureller Sicht hat die Stadt nämlich tatsächlich einiges zu bieten. Als erstes gingen wir ins Parlament, wo wir erfuhren welcher Künstler welchen Teil welches Zimmers verschönerte, welche Materialien für welche Säule aus welchem Winkel der Erde verwendet wurden, wo wann wer warum und wie verhandelt und in welche Richtung dann irgend so ein Stab zeigt oder so, und und und. Mein WhatsApp ging in der Zeit nicht, drum hab ich nicht aufgepasst sondern Emails mit dem Support geschrieben… Aber: das Gebäude war riiiiießig, alles war sehr pompös, neu, nobel und teuer. Paul hat hier gut aufgepasst und kann vielleicht bei Gelegenheit noch einen Eintrag darüber verfassen, ich habe mir nur zwei Dinge gemerkt:

1) das Kangaroo und der Emu können nicht rückwärts laufen, deswegen sind sie die Wappentiere Australiens (stehen für ständigen Fortschritt). Es ist nur verwirrend, dass Sie sich auf dem Wappen Australiens gegenüber stehen. Der ständige Fortschritt relativiert sich dadurch meiner Ansicht nach ein bisschen und ich hoffe, dass dieses Szenario in der Natur nie vorkommt.

Es wäre so viel einfacher, schöne Slogans für die Dilemma-Interpretation des Wappens zu finden, wie etwa „Stillstand ist Rückschritt!“ oder „Bis hier her und nicht weiter!“

2)Es gab ein ganz in rot gehaltenes Verhandlungszimmer. Da in diesem roten Raum ein grünes Notausgang-Schild die australischen Politiker zu sehr von ihrer Arbeit abgelenkt hätte, musste ein rotes Schild her. Leider ist per Gesetz vorgeschrieben, dass diese Schilder grün sein müssen. Welch Glück, dass man sich gerade im Parlament befand und gleich ein Gesetz erlassen konnte, dass dieses eine einzige Notausgang-Schild in Australien rot sein darf. Ja, dieses Wissen dürfte wohl auch den letzten Zweifel bei der Interpretation des Wappens beseitigen.

Na gut, immerhin gibt es für dieses Gesetz noch eine vernünftige Erklärung. Ein anderes Gesetz besagt, dass Sex mit Kangaroos im nüchternen Zustand verboten ist! Ich weiß jetzt nicht ob das Kangaroo nüchtern sein darf oder wie das genau abläuft, die Geschichte (oder in diesem Fall eher die Person) dahinter würde mich brennend interessieren. Ich habe versucht, die Entstehungsgeschichte dieses Gesetzes zu googlen, bei der Eingabe der entsprechenden Schlagwörter war der erste Treffer „Aborigine – Wikipedia“. Daraufhin habe ich die Recherche abgebrochen. Hoffentlich wird das Gesetz bald um die Ausnahme erweitert, falls das Kangaroo gerade einem Emu gegenüber steht…

Aber ich schweife ab, wer eine Antwort findet, woher dieses Gesetz kommt, möge es mir bitte mitteilen, ansonsten hier noch ein Link mit ähnlichen Gesetzen: http://www.reisewut.com/australien08/australien-kuriose-gesetze.html

So, weiter mit Canberra, das Parlament selber ist in einen Hügel hineingebaut, um den herum die ganze Stadt geplant und errichtet wurde. Oben auf dem Hügel, sozusagen auf dem Dach des Gebäudes, weht die Australische Flagge, diese Flagge ist aus einem ganz besonderen Material, sehr teuer und robust und wird alle paar Wochen getauscht, weil die Farben in der Sonne schnell verblassen.

Parlament

Bei diesem Wetter kann man sich gut vorstellen, warum die Flagge da oben nicht lange durchhält.

Danach haben wir uns noch im Park ein paar Tiere angeschaut. Das ist fast so wie in Deutschland, nur dass es statt Tauben in Australien Papageien gibt.

Roter Papagei

Der erste schräge Vogel den wir in Canberra sahen, zum Glück nicht der letzte.

Oranger Papagei

Leider kann man auf dem Foto nur erahnen, wie leuchtend die Farben wirklich waren.

Weißer Kakadu I

Pauls Supermodel des Tages.

Weißer Kakadu II

Seelenruhig und nur wenige Meter von uns entfernt.

Weißer Kakadu III

Ähnlich wie beim „blue lake“ kommt der Name des „white cockatoo“ von der Kombination aus Farbe und Art (oder Familie, um biologisch korrekt zu bleiben).

Zum Abendessen gab es an diesem Tag Hackbällchen mit Käsefüllung, diese Information gebe ich nur Preis, um dieses Bild posten zu können:

Hackbällchen

Nicht schlecht wa?

An unserem letzten Tag in Canberra besuchten wir vor der Abreise noch das Australian War Memorial. Das Museum an sich war sehr gut aufgebaut und sehr interessant, das Beste war allerdings unser guide, Geoff. Er wusste alles über jeden Krieg in dem Australien je verwickelt war, inklusive vieler kleiner Geschichten über Privatschicksale der Soldaten und ihrer Familien. Dazu hatte er die perfekte Erzählerstimme, ich kann gar nicht mehr sagen ob meine WhatsApp-Problematik bereits gelöst war, aber bei Geoff hatte ich dafür echt keine Zeit.

Gedenktafeln

Auf riesigen Tafeln stehen die Namen aller australischen Soldaten, die in Kriegen gefallen sind. Aufgeführt nach Krieg, Bataillon und Nachname, ohne Rang. Als Zeichen der Trauer können Besucher und Angehörige Blumen hinter den Namen eines gefallen Soldaten klemmen.

Kriegsschrott

Im Memorial gibt es laut Geoff 500.000 ausgestellte Einzelteile, Zeugen der entsprechenden Kriege.

Geoff

Einfach nur YOLO.

Ja, das ist Geoff.

Wir hätten noch Stunden, Tage, Wochen in diesem Museum verbringen können, leider drängte die Zeit und Geoff musste sich auch irgendwann um die nächste Gruppe kümmern. Das nächste Ziel war Sydney, da geht es dann (hoffentlich) morgen weiter. Um weitere Kommentare wird gebeten, auch Tippfehler etc., ihr kennt das ja… Beste Grüße,

– Julian –

Standard

Melbourne: Willkommen in der Hauptstadt!

Ja, viele werden sich bei diesem Titel denken: „Melbourne?! Hauptstadt?! Ich dachte Sydney ist die Hauptstadt von Australien!“ Ich möchte hier auch niemanden eines Besseren belehren, Melbourne ist jedoch die Hauptstadt des Bundesstaates Victoria! Melbourne ist groß. Richtig groß. Laut Wikipedia 9.990 km² groß. Auf dieser Fläche leben ca. 4,25 Millionen Menschen. Das führt zu einer Bevölkerungsdichte von 425 Menschen pro km², oder anders ausgedrückt einer Fläche von gut 2.350 m² pro Person. Hier werden sich viele sagen: „Waaaaas?! So wenig Platz!?! In Ottensoos ist die Bevölkerungsdichte doch gerade einmal 205 Einwohner pro km²!!! In so einem Gedränge könnte ich nicht leben!“ Ich persönlich stimme hier durchaus zu, vergleicht man Melbourne allerdings mit Berlin (3.829 Einwohner pro km²) oder gar mit Kowloon Walled City – einem 1993 abgerissenen Stadtteil Hongkongs – wo die Rekordbevölkerungsdichte 1.300.000 Einwohnern pro km² betrug, so relativiert sich das Platzproblem Melbournes.

So, genug verwirrende Zahlen, merkt euch: Melbourne ist groß, da leben viele Menschen und es passiert einiges. Um schön zentral in der Stadt zu residieren buchten wir ein tolles Apartment für einen gerade noch akzeptablen Preis im Herzen Melbournes. Dank des Navis fanden wir die Adresse mühelos, stellten vor Ort allerdings fest, dass hier nur die Rezeption des Vermieters war. Die eigentliche Bude lag in St. Kilda, zwar etwas weiter vom Stadtzentrum entfernt, dafür aber nur wenige Minuten zu Fuß vom Strand. Am Abend aßen wir unsere ersten australischen Süßkartoffeln, ein in Deutschland vollkommen unterschätztes Gemüse! Als Beilage gab es Hähnchen Drumsticks à la Paul, ein durchaus würdiges erstes Abendmahl.

Hahn und Kartoffel

Hähnchen, Süßkartoffeln, Salz, Pfeffer, Paprika und Öl. So einfach, aber so lecker!

Am nächsten Tag gingen wir zu Fuß über den Strand von St. Kilda und die Formel-1 Strecke von Melbourne in die Stadt. Dort lief uns unverhofft Klaus über den Weg, ein Studienkollege aus Deutschland. Wir freuten uns wie kleine Kinder an Weihnachten, Klaus jedoch wollte wohl 16.000 km von zuhause entfernt keine alten Bekannten sehen. Er ignorierte uns und ging einfach an uns vorbei, als wären wir Fremde. Ich hoffe du liest mit, Klaus, und weißt, dass uns das sehr verletzt hat.

Klaus

Trotz Sonnenbrille gleich erkannt: Unser Freund Klaus! Zufälle gibt’s….

Nachdem der Schmerz über diese bodenlose Unverschämtheit verdaut war knusperten wir eine Tornado-Kartoffel am Asiatischen Markt (es war chinesisches Neujahr).

Tornado-Kartoffel

Teuer aber lustig und lecker

Das Wetter war traumhaft, wir hatten in Melbourne zeitweise über 40°C und knallende Sonne, so haben wir uns Australien vorgestellt! In Melbourne konnten wir mit der Circle Tram (oder so ähnlich) kostenlos um die Innenstadt herumfahren. Sparfüchsig wie wir sind nutzten wir dieses Angebot um die Stadt zu erkunden.

St. Pauls

Diese Kirche war St. Paul’s Cathedral. Allein der Name machte sie für uns sehenswert.

Square

Links: Touristeninfo
Mitte: St Paul’s Cathedral
Rechts: Australian Centre For The Moving Image

Findler's Station

Findler’s Station.

Melbourne

Blick auf die Skyline aus einem nahe gelegenen Park.

Jens Homie

Jens hat direkt neue Freundschaften geschlossen.

Den Rest des Tages verbrachten wir entspannt in Parks und schlenderten eher planlos in der Stadt umher. In einem Park fanden wir einen Kletterspielplatz, den wir natürlich ausprobierten, auch wenn unsere Englischkenntnisse damals noch nicht gut genug waren, um das Schild mit der Gebrauchsanweisung richtig zu interpretieren.

Danger

Ein riesen Spaß für die ganze Familie: der Kletterspielplatz in Melbourne.

Zufälligerweise entdeckten wir bereits kurze Zeit später einen Steckbrief, der uns stutzen ließ. Diese drei Mexikaner kamen uns bekannt vor, wir konnten allerdings nicht sagen woher.

Wanted

Etwas altmodisch aber immer noch effizient: der Steckbrief ist in Australien nach wie vor das Mittel Nummer 1 zur Verbrecherjagd.

Am zweiten Tag machten wir genau da weiter, wo wir aufgehört hatten: Stadtbesichtigung. Wir informierten uns an der Touristeninfo und nahmen einen Bus für $5 pro Person, der etwas mehr von der Stadt abdeckte als die kostenlose Tram.

University of Melbourne

Ein Gebäude der University of Melbourne. Ziemlich funky…

Quatsch

Ich hoffe es überrascht keinen, dass wir den Einkaufswagen nicht missachteten.

Affen

Irgendwie konnten wir uns mit diesem Kunstwerk identifizieren.

An den Docks

Architektur an den Docks

Wie bereits erwähnt war chinesisches Neujahr, also ab nach Chinatown, wo das Leben endlich mal wirklich pulsierte. Ein riesiger Markt mit Live-Musik (übrigens die erste chinesische Rockband die ich je live sah) und allen möglichen und unmöglichen Schmackhaftigkeiten.

Chinesisches Essen

Bestimmt lecker, leider haben wir es nicht probiert.

Die Neugier trieb mich dazu $10 für das hier auszugeben:

Tintenfisch

Gegrillte Tintenfischarme mit Sesam und Chilisoße. Köstlich!

Es existieren auch Bilder von uns beim Verzehr dieser Delikatesse, allerdings sind diese Aufnahmen zumindest teilweise sehr verstörend und nicht jedem Gemüt zuzumuten. Nach dem Festmahl hatten wir noch einen Auftritt im chinesischen Fernsehen, wünschten 1,3 Milliarden Menschen ein frohes neues Jahr (zumindest glauben wir das, unsere Mandarin-Kenntnisse langten nicht aus um zu verstehen, was wir der Reporterin nachplapperten) und verließen Chinatown.

Abends begaben wir uns nach 7 Riverside Quay, Southbank VIC 3006. Dort steht der Eureka Tower (Telefon: +61 (0) 3 9693 8888). Die Besucherplattform – das Skydeck – befindet sich im 88. der 91 Stockwerke des 297 m hohen Turms. Von dort hat man einen wunderbaren Ausblick über Melbourne, zusätzlich hatten wir auch noch Glück mit dem Wetter und konnten einen traumhaften Sonnenuntergang erleben. Nach dem Sonnenuntergang wurde es meiner Meinung nach noch besser, aber das darf jeder anhand der Bilder für sich selbst beurteilen.

Eureka Tower

Majestätisch erhebt sich der Eureka Tower über Melbourne.

Findler's und Paul's

Eine ganz andere Perspektive auf Findlers Station (unten Mitte) und St. Paul’s Cathedral

Sonnenuntergang

Sonnenuntergang mit ein paar Wolken über Melbourne. Kann man mal machen.

?

Wer sich fragt was das ist, ist gerade genauso schlau wie ich. Ich habe keinen blassen Dunst.

Melbourne nachts

Nach Sonnenuntergang gingen die Lichter an, traumhaft.

Girls

Auch immer mit am Stizzl: Unsere Ladies.

Der zweite Tag in Melbourne war also fast vorbei, genau die richtige Zeit für Paul (der sich im Turm ein bisschen warm fotografiert hatte). Hier eines der Bilder, die nach dem Besuch im Eureka Tower entstanden:

Restlicht

Ohne Stativ, 30 Sekunden Belichtungszeit! Das kann keiner außer Paul!

Das Highlight des dritten und letzten Tages in Melbourne stellte Philip Island dar. Auf Philip Island gibt es einen Koala Park in dem man wirklich viele Koalas sieht. Bekannter ist die Insel jedoch für die Zwergpinguine die auf ihr leben. Ihr Gefieder ist im Gegensatz zu anderen Pinguinen blau anstatt schwarz. Die kleinen Racker sind tagsüber im Meer, legen endlose Strecken zurück um Fische zu jagen und kommen, sobald es dunkel wird, an Land zurück um Schlummern zu gehen. Die kleinen Angsthasen wissen, dass sie bei Tageslicht leichte Beute für Greifvögel oder andere Raubtiere wären. Deshalb warten sie den Schutz der Dunkelheit ab, aber selbst dann haben sie die Hosen noch gestrichen voll und trauen sich nur in Gruppen über den gefährlichen Strand. Soviel zur Theorie der Pinguine, zurück zu unserem Tagesablauf: da die Pinguine ja erst am Abend kommen machte es keinen Sinn, deutlich früher nach Philip Island zu fahren. Also fuhren wir etwas später los und kamen gegen 17:00 Uhr am Koala Park an. Dieser schließt natürlich um 17:30 Uhr, eine Tatsache, die unsere Ruhe und Gelassenheit etwas minderte. Wir waren es ja inzwischen gewohnt aufgrund von Zeitmangel High-Speed-Sightseeing zu praktizieren, in diesem Park stellten wir unsere persönliche Bestleistung auf. Man verzeihe mir hier dieses viel zu oft bestätigte Klischee, aber jeder Japaner wäre in Anbetracht unserer FpM Zahl (Fotos pro Minute) vor Neid erblasst. Jeder von uns hatte eine Kamera und ein Handy dabei, mindestens drei dieser sechs Geräte waren zu jedem Zeitpunkt im Einsatz:

Koala I

20 Stunden Schlaf am Tag…ich bin unheimlich neidisch!

Koala II

…die restlichen 4 Stunden am Tag wird gespeist…

Koala III

Die Ernährung erfolgt durch giftige Eukalyptusblätter, die sich kaum verdauen lassen.

Koala IV

Über diese giftigen Blätter holt sich der Koala auch die Flüssigkeit die er zum Leben braucht. Der Name „Koala“ kommt von der Sprache der Ureinwohner Australiens und bedeutet „ohne zu Trinken“ oder so ähnlich.

Koala V

An jeder Hand hat der Koala fünf Finger…wie der Mensch! Allerdings hat der Koala – im Gegensatz zum Großteil der Menschen – zwei Daumen und drei entgegen gerichtete Finger.

Koala VI

Koalas sind Beuteltiere – so wie Kangaroos. Allerdings ist der Beutel bei Koalas nach unten geöffnet, fragt mich nicht warum!

Nachdem wir den Park mit leichter Verspätung verließen hatten wir noch lange Zeit bis zur Abenddämmerung. Wir fuhren schon mal in Richtung der Penguin Parade und entdeckten an einem Parkplatz per Zufall ein wildes Wallaby:

Wallaby hautnah

Ich wette das Wallaby hätte auch ein Foto von Jens gemacht, wenn es eine Kamera gehabt hätte.

Wallaby noch näher

Paul pirscht sich an: eine falsche Bewegung und das wilde Wallaby greift an!

Nach diesem Abenteuer ging es dann endgültig zur Penguin Parade, leider hatten wir nicht bedacht, dass es dort am Meer nach Sonnenuntergang doch recht kalt wird. Die meisten Besucher hatten Daunenjacken an, wir waren in kurzen Hosen und T-Shirts unterwegs. Immerhin hatten wir eine dünne Ikea-Decke im Auto, unter der wir es uns zu dritt kuschelig machten. Dann kam die Dämmerung und mit ihr die Pinguine! Auch wenn man sie kaum erkennen konnte war es einfach nur lustig die kleinen Tollpatsche über den Strand watscheln zu sehen. Fotografieren war leider strengstens verboten, die folgenden Bilder sind nur aus dem Gedächtnis rekonstruiert.

Zwergpinguin

Hier erkennt man deutlich das blaue Fell, das ihn im Wasser von oben fast unsichtbar macht. Am Strand wäre er damit tagsüber allerdings leichte Beute.

Pinguin Parade

Nachdem der Strand erst einmal überquert ist sind die Pinguine viel ruhiger. Fotografieren darf man sie allerdings immer noch nicht.

Mit diesem Spektakel ging auch unser dritter und letzter Tag in Melbourne zu Ende. Inzwischen hat dieser Eintrag über 1.500 Wörter, das erwähne ich deshalb, weil ich gerade eigentlich einen Essay mit eben so vielen Wörtern schreiben sollte. Aber ok, der Blog schreibt sich ja auch nicht von allein, ich verabschiede mich an dieser Stelle, danke fürs lesen, es darf zurück gefüttert werden!

– Julian –

Standard

Auf nach Melbourne!

Am letzten Tag des Januars machten wir uns auf den Weg nach Melbourne. (Dem aufmerksamen Leser fällt hier vielleicht auf, dass der Aufenthalt in Apollo Bay nicht genauer behandelt wird, was daran liegt, dass wir in diesem 1.777-Seelen Kaff nur unser Zimmer, einen Supermarkt und – für ein paar Augenblicke – den Strand sahen.) Die Erwartungen an den zweiten Teil der Great Ocean Road waren natürlich hoch und wir konnten es nicht erwarten weitere wilde Koalas zu sehen. Deshalb war der erste Halt außerhalb des Dorfes auch an einem Eukalyptuswald in dem es von Koalas nur so wimmelte! Leider wimmelte es wohl eher auf anderen Bäumen als auf denen, die wir sahen, so dass wir nach langem Fußmarsch ohne Koalabildern weiter fuhren.

El Dorado für Koalas

Der Eukalyptuswald war so dicht, dass wir die Koalas nicht sehen konnten

Auch das Wetter war nicht mehr so gut wie am Vortag, aber gerade noch gut genug, dass der Dschungel kein Regenwald war. So konnten wir einen wunderschönen Wasserfall besichtigen, an dem wir sogar einen Einheimischen beim wöchentlichen Baderitual beobachteten.

Wasserfall

Idylle pur

Dusche

Ein Ureinwohner beim Reinigungsprozess. Wir mussten sehr leise sein, um dieses scheue Wesen nicht zu verschrecken. Der muskulöse Oberkörper zeugt vom harten Leben im Dschungel.

Nach dem Urwald entschieden wir uns für ein entspanntes Mittagessen am Strand, nach dem Essen und weiteren zwanzig Minuten wurde das Wetter deutlich besser und wir hielten am nächsten Strand. Dort dann das erste große Schockerlebnis der Reise: Die Jungs hätten mich beinahe am Straßenrand vergessen! Gott sei Dank herrschen in Australien strikte Geschwindigkeitsbegrenzungen, so dass ich die Flüchtigen ohne größere Mühen einholen konnte. Mein Glück, dass sie anhielten und mich wieder mitfahren ließen, inzwischen ist in Südaustralien nämlich ziemlich kalt.

Mittagessen am Strand

Kein Sink-Cooking aber auch lecker: Thunfischbrot direkt am Meer

Handstand

Viele denken ja, dass in Australien „alles auf dem Kopf steht“, weil es auf der anderen Seite der Welt liegt. Das ist natürlich Quatsch.

Sprint

Nach einem 27-Minütigen Sprint hatte ich das Auto wieder eingeholt und wir setzten die Reise zu dritt fort

Am frühen Abend erreichten wir dann Melbourne, wo wir neben 35 Filmen auch 1.137 Bilder im JPEG-Format und 271 Bilder im RAW-Format digital ablichteten. Insgesamt ergaben sich so knapp über 13 Gigabyte Daten (13.997.826.316 Bytes für diejenigen, die es genauer wissen wollen). Diese Zahlen rechtfertigen meiner Meinung nach einen eigenen Blogeintrag, deshlab ist hier erst einmal Schluss. Wir freuen uns übrigens sehr über Kritik, Kommentare, Anmerkungen, Vorschläge, Geldspenden, Altkleider, Champignons und alles andere was ihr loswerden wollt! Danke schon einmal im Voraus und bis die Tage!

– Julian –

Standard

Was soll der Geiz…

So, zwei gute Stunden sind vergangen, ich schreib noch einen kurzen Eintrag. Diesmal mit mehr Bildern und weniger Text, es ist ja auch schon spät!

Adelaide selber hat uns nicht wirklich beeindruckt, das Wetter war aber bombastisch und wir konnten sogar noch kurz an den Strand bevor wir – nach einem ausgiebigen Shoppingtrip bei Ikea – in Richtung Mount Gambier aufbrachen.

Endlose Straßen

Straßenbau in Perfektion

In Mount Gambier kamen wir am frühen Abend an, gerade noch rechtzeitig um zum nahe gelegenen „blue lake“ im Sonnenuntergang zu rennen. Der Name ist erstaunlich passend, wie man auf dem Bild unten sehen kann.

Jump

Jump (Paul und Ju; Fotograf: Jens)

Blue Lake

Hier der Beweis: „Red River“ wäre dem See als Name nicht gerecht geworden.

Selfie

Jens und mir ist anzusehen, dass wir rennen mussten, um den Sonnenuntergang nicht zu verpassen. Paul muss wohl früher losgegangen sein…

Zurück im Zimmer fanden wir ein paar prächtige Spinnen, diese tauchten in recht unregelmäßigen Abständen an allen möglichen Plätzen des Zimmers auf, bis wir das Licht aus machten. Am nächsten Morgen gab es dann Kaffee für Jens und mich, Paul hatte am Vorabend vom alkoholabhängigen Besitzer des Motels seine ganz persönliche Milch gekriegt (Ich gebe zu, dass ich ein wenig neidisch war).

Pauls Milch

Extrawurst für Paul, Jens und Julians Milch war leider aus.

Nach der Calcium- und Koffein-Zufuhr verließen wir Mount Gambier um in Richtung Apollo Bay aufzubrechen. Das Foto von dem alten Karren hat rein gar nichts mit der Geschichte zu tun, aber ich finde es klasse. Paul schoss es in der letzten Sekunde bevor wir das Motel des Alkoholikers verließen.

Alter Karren

Irgendwie schön.

Um nach Apollo Bay zu gelangen mussten wir die „Great Ocean Road“ entlangfahren. Bevor wir diese allerdings erreichten, machten wir noch einen kleinen Abstecher in einen Nationalpark (der Name ist irrelevant) und entdeckten Emus, ein Echidna (http://de.wikipedia.org/wiki/Ameisenigel), ein (leider totes) Wallaby, viele Vögel, Echsen und einen Koala (von dem wir allerdings bis heute nicht wissen, ob er echt war).

Jens

Ein Bild aus einem spontanen Shooting auf dem Weg

Echidna

Leider war das Echidna eher scheu

Koala

Keiner weiß, ob es nur ein Stofftier war, das die Ranger auf den Baum gesetzt haben

Emu

Ein majestätischer Emu

Vogel

Wenn der gleiche Typ, der in Australien die Seen benennt auch die Vögel benennt, handelt es sich hier um einen „blue bird“

Echse

Keine Ahnung was das genau ist

Nach dem Park ging es dann auf die bereits erwähnte „Great Ocean Road“ (ab jetzt ergibt es echt keinen Sinn mehr, das Erlebte mit Text zu beschreiben). Enjoy!

Great Ocean Road X

Juhuuu!

Great Ocean Road IX

Ein kleiner Liebesgruß an die Liebsten zuhause ❤

Great Ocean Road VIII

Die „Tower Bridge“

Great Ocean Road VII

Keine „Apostel“

Great Ocean Road VI

Die Aussicht, wenn man nicht aufs Meer schaut sondern ins Hinterland

Great Ocean Road V

Ich glaube keine „Apostel“

Great Ocean Road IV

Ein Typ, der einen sehr eigensinnigen Hut trägt

Great Ocean Road III

Definitiv „Apostel“!

Great Ocean Road II

Auch „Apostel“

Great Ocean Road I

Ich glaube, das waren schon die ersten „Apostel“

Great Ocean Road XI

Great Ocean Road

Ja so war das da, einfach wunderschön! Aber das Highlight kam dann kurz vor Apollo Bay, da hat Paul dann nämlich einen denitif lebendigen, echten Koala aus dem Auto heraus entdeckt!!!

Koala I

Ein wahrer Prachtkerl!

Angry Koala

Am Ende des Shoots war der Koala ein bisschen gnerschig

Koala in der Ferne

Auch das ist ein Bild von dem Koala, hier wird deutlich, wie unheimlich gut Pauls Augen in diesem Moment waren!

Danach kamen wir in Apollo Bay an, bezogen Quartier und gingen ins Bett, so wie ich jetzt! Gute Nacht und bis….vielleicht bald.

– Julian –

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Hat ja wunderbar funktioniert!

Das mit dem regelmäßig Schreiben war soweit ja ein voller Erfolg. Damit hier mal was passiert und da ich keine Lust auf Interpersonal Skills habe erbarme ich mich mal 😉

Ich denke es macht Sinn, beim Beginn unserer Reise anzufangen, auch wenn das inzwischen ein paar Stündchen her ist. Los ging alles im kalten Deutschland am 25. Januar 2014. Jens‘ Eltern waren so nett, Paul und mich morgens gegen 9 in Nürnberg und Oberasbach abzuholen und uns alle im Kombi nach München zu kutschieren, an dieser Stelle nochmal ein herzliches Dankeschön dafür. Im Mazda MX-5 meiner Mum wäre dieser Teil der Reise wohl deutlich unbequemer geworden und auch der verfügbare Stauraum hätte uns vor eine Herausforderung gestellt.

Die Vorteile eines Kombis

Perfekte Platzausnutzung… Es waren Ingenieure anwesend

Von München ging es dann im A380 nach Dubai zum Vodka shoppen und anschließend nach Adelaide. Auf diesem doch eher unkurzen Flug bekamen wir sogar fabelhafte Stirnwärmer, die Jens und ich fachgerecht benutzten.

Stirnwärmer

Jeder kennt das: Im Flugzeug friert einem schnell mal die Stirn.

Manchen Passagieren war wohl nicht klar, welchen Luxusgegenstand sie da in der Hand hielten und stülpten sich den Stirnwärmer über die Augen. Ich hoffe keiner von ihnen hat sich den Kopf verkühlt, die wunderschöne Aussicht konnten sie so jedenfalls nicht genießen 😦

In Adelaide hatten wir zum Glück immer noch unsere Langen Hosen, Pullis und Jacken an, sonst wären die ca. 32°C sicherlich unerträglich gewesen. Es war bereits Abend des Folgetages (ich glaube 10 oder 11), wir holten den Mietwagen (Hyundai i30) ab und fuhren zum Motel. Wir mussten klingeln, da die Rezeption nicht mehr besetzt war, der schlaftrunkene Chinese war aber überaus freundlich und gab uns neben dem Schlüssel und der Wegbeschreibung zu unserem Zimmer auch noch das WLAN-Passwort (es kann auch sein dass wir das Passwort erst am nächsten Tag gekriegt haben, wie gesagt: ist alles schon ein bisschen her).

Natürlich dachte erst mal keiner an Schlaf, das Gefühl endlich in Australien angekommen zu sein war überwältigend! In diesem Moment bestanden wir nur aus Endorphinen und liebten unser Leben, außerdem war Australia Day (http://de.wikipedia.org/wiki/Australia_Day), da musste doch das Leben pulsieren in Adelaide City! Aber nein, wir waren an diesem Abend wohl die einzigen australischen Patrioten, oder die Leute wollten nicht so lang aufbleiben weil ja am nächsten Tag Montag war und die Arbeit rief. Gut für uns, wir mussten ja schleunigst ein Auto kaufen und wollten mit der Suche natürlich direkt am Montag anfangen, was hätte das für einen Eindruck gemacht, wenn wir den Händler bereits am Vortag heftig trinkend und feiernd kennen gelernt hätten. Aber auch hier gingen wir mit einer zu deutschen Denkweise an den Sachverhalt heran.

Unsere Logik war:
Feiertag = Feiern, nächster Tag = Arbeiten (oder Urlaub nehmen oder ein Attest holen). Hier lernten wir ein deutlich arbeitnehmerfreundlicheres Konzept kennen, die australische Interpretation des Feiertags ist:
Feiertag = keine Arbeit, nächster Tag = keine Arbeit

Schön für 99,99% der Leute, nicht so gut für uns, denn somit hatten wir nur noch den Dienstag um ein Auto zu kaufen und nur noch die Tankstelle um Lebensmittel zu kaufen. An der Tanke gab es Spaghetti und Tomatensoße, klingt erst mal eher langweilig, war es aber irgendwie gar nicht. Vielleicht lag das daran, dass wir die Nudeln ohne Topf kochen mussten und dafür auf eine alt bewährte Aboriginee-Methode zurückgriffen: „Sink-Cooking“ (da wörtliche Übersetzungen aus den meisten Aboriginee-Sprachen eher schwierig sind, wird diese Zubereitungsart häufig sinngemäß als „die gar hohe Kunst der Waschbeckenkocherei“ übersetzt).

Die Methode an sich ist eher simpel: Man reinigt das Waschbecken, dichtet es mit einem Stöpsel ab, erhitzt Wasser im Wasserkocher und gießt es über die zu kochenden Zutaten, welche sich idealerweise im Waschbecken befinden. Um das Wasser am kochen zu halten, wird traditionell ein Lagerfeuer unter dem Waschbecken entzündet. Wir hätten diesen alten Aboriginee-Brauch gerne praktiziert, leider ist dies heutzutage in Motels verboten, der offizielle Grund ist „Brandschutz“. Deshalb mussten wir auf Wasser aus der Dusche zurückgreifen (das Waschbecken war ja belegt) und alle paar Minuten kochendes Wasser aus dem Wasserkocher nachgießen. Diese Methode ist so effizient, dass uns die Nudeln sogar etwas zu weich gerieten. Irgendwie lustig, dass Spaghetti mit Tomatensoße das interessanteste Essen unserer Reise wurden…

Sink-Cooking I

Die Moderne Küche: Das Multi-Funktions-Waschbecken verbindet Herd, Ofen, Küchenmaschine, Waschmaschine, Spülmaschine und Schneidbrett in einem High-Tech-Gerät.

Wasser kochen

Die Dusche diente nur zur Wasserversorgung.

Fast fertig!

Da läuft einem doch das Wasser im Mund zusammen! Welch überaus schmackhaftes Mahl!

Der nächste Tag wurde dann zur intensiven Autosuche genutzt, das lustigste Angebot kam von einem verrückten Australier, der uns ein Top-Auto für $3000 anbot. Bis auf den Lack, den Rückspiegel und die Klimaanlage funktionierte auch echt fast alles, irgendwie kam es aber doch nicht zu einem Vertragsabschluss. Ein ausschlaggebender Grund war sicherlich, dass die gesamte Bordelektronik im Party-Modus war, jedes vorhandene Licht im Auto blinkte ununterbrochen im Takt des Warnblinkers. Leider konnten wir dieses Lichtspektakel nicht bei Nacht bewundern, ich wette es wäre umwerfend gewesen! Dennoch entschieden wir uns, die $3000 in einen Kia Cerato von 2004 zu investieren. Diesen erstanden wir von zwei überaus freundlichen Indern, die uns auch bei der Registrierung des Autos bei den Behörden halfen.

Rückansicht

Sportlich, Elegant, Kraftvoll, Dynamisch, Beeindruckend,…

Frontansicht

Gefährlich, Aggressiv, Schnittig, Schnell, Hungrig,…

Soviel zu unserer Ankunft in Australien, ab jetzt konnte die Reise losgehen! Ich hoffe der nächste Eintrag folgt sehr bald, Versprechen möchte ich an dieser Stelle allerdings noch nichts 😉

In diesem Sinne bis bald, beste Grüße Australien

– Julian –

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Herzlich Willkommen

Nachdem es uns bisher an Zeit, Internet und Motivation gefehlt hat, geht es jetzt endlich los. Um euch über unser Auslandssemester in Australien auf dem Laufenden zu halten gibt es ab heute hoffentlich regelmäßig Updates mit unseren Erfahrungen, Erlebnissen, Geschichten, Anekdoten…

Viel Spaß beim Schmökern!

– Jens Julian Paul –

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